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Wer kennt es nicht, dieses Lied – oder wenigstens seine erste Zeile – des Kölner Originals Jupp Schmitz, dem wir auch Lieder wie „Es ist noch Suppe da“ verdanken (nicht aber „Es gibt Reis, Baby“). Am Aschermittwoch ist alles vorbei: ‚Gott sei Dank!‘ wird mancher sagen, dem die mediale Dauerpräsenz der Jecken auf die Nerven ging. Manch anderer wird dagegen das Ende der tollen Tage bedauern – denn der Aschermittwoch bezeichnet das Ende von Karneval und Fasching und läutet die Fastenzeit ein. 40 Tage, ohne die Sonntage mitzuzählen, also bis Ostern soll die Fastenzeit währen und eigentlich an die 40 Tage erinnern, die Jesus nach Matth. 4. fastend und betend in der Wüste verbrachte, bevor ihn der Teufel für ausreichend geschwächt hielt und ihn dreimal versuchte, bekanntlich umsonst.

Alles vorbei – das klingt schon ziemlich endgültig. Zwar unterziehen sich heute nur noch die wenigsten den strengen Fastenregeln früherer Tage – viele sehen die Fastenzeit als eine Zeit bewussten Verzichts im Dienste von Besinnung, Reinigung und Konzentration. Für den gläubigen Katholiken ist aber wenigstens der Aschermittwoch nach wie vor ein Tag der Abstinenz, an denen der Fastende sich nur einmal am Tag satt essen und ganz auf Fleisch verzichten soll. Und lange Zeit galt dann für die gesamte Fastenzeit: Carne vale – „Fleisch leb wohl“…

Diese scheinbar einfache Regel wurde aber über die Jahrhunderte mit beträchtlicher Flexibilität gehandhabt: 590 nach Christus verbot Papst Gregor I. den Verzehr „warmblütiger Tiere“ – Fische durften also gegessen werden. Das Konstanzer Konzil von 1414-18 ließ dann einige gleichfalls wasserliebende Säugetiere ebenfalls als Fische gelten: „Biber, Dachs, Otter – alles genug.“ Und schwäbische Mönche sollen das Fleischverbot einst mit den dort auch „Hergottsb’scheißerle“ genannten fleischgefüllten Maultaschen umgangen haben – wobei offen bleiben muss, ob sie das Fleisch tatsächlich vor den Augen des Herrn oder doch nur vor denen ihrer Mitmenschen verbergen wollten.

Übrigens konnte man auch am Aschermittwoch durchaus noch Spaß haben. In manchen Gegenden hat man an diesem Tag Langschläfer mit Ruten aus den Federn getrieben und ihnen oder anderen Opfern so gewisse Lebensmittel abgepresst. Heute zelebrieren viele den traditionellen Heringsschmaus, der ja nach den Exzessen der vergangenen Tage auch recht wohltuend sein kann. So gilt letztlich auch hier: Wenn alles vorbei ist, fängt was Neues an.