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Mein erster Blogpost, die Angst vor dem weißen Blatt und wie man einen Anfang findet Titelbild

Der erste Tag im Praktikum bei unlimited und meine Aufgabe heißt: Schreibe einen Post im unlimited-Blog.

Hm okay, also ich hab noch nie gebloggt… Dann mal rein die in die Recherche – was ist bloggen eigentlich und warum macht man das? Und vor allem wie macht man das? Ich tauche ein in das schier endlose Meer von Keywords, Benefit-driven Content, Traffic, Mehrwert, Creative Commons and so on…

Als ich drei Tage später wieder auftauche, bin ich zwar um einiges schlauer, habe eine stattliche Linkliste angelegt, ein Indesign-Dokument mit 10 Seiten Theorie übers Bloggen gefüllt, ca. 8 Seiten Brainstorming gemacht und meine Ordnerstruktur überarbeitet. Aber das erste Wort meines Posts habe ich nicht geschrieben.

Was ist es, was uns so oft vom Anfangen abhält? Und wie überwindet man die Hürde vor dem ersten Schritt?

Ich bin Gestalterin und die Angst vor dem weißen Blatt ist mir nicht fremd. Sie holt mich immer mal wieder ein. Wenn ich mich mit einem neuen Thema auseinandersetze, starte ich meistens mit einer Recherche. Und verliere mich regelmäßig darin, ohne einen ersten Strich zu machen.
Es ist mein eigener Anspruch, der mich lähmt. Meine Vorstellung, den ultimativen Entwurf zu machen, kreativ zu sein und keinen Fehler zu machen – und das alles gleich beim ersten Versuch – vermiest mir das Anfangen.

„Der erste Entwurf ist immer Scheiße.“ hat Hemingway gesagt. Wenn man es mal so sieht, ist es um einiges leichter. Der erste Entwurf ist nur der erste Schritt und den geht man ganz für sich alleine. Der Entwurf darf belanglos, albern oder schlichtweg schlecht sein. Ganz egal, man muss ihn ja niemandem zeigen. Aber er ist eine Basis, auf die man aufbauen, die man umdenken oder auch einfach umwerfen kann. Es geht nicht darum, auf Anhieb alles richtig zu machen, bekanntlicherweise lernt man ja aus Fehlern. Und oft entwickeln sich aus den abstrusesten Entwürfen andere neue, gute Ideen.

Ich denke oft, ich brauche endlich eine gute Website, das Portfolio muss aktualisiert, das letzte Uni-Projekt dokumentiert, die E-Mails beantwortet werden… Und ertappe mich dann dabei, morgens nicht mal den Computer aufzuklappen, weil ich erstmal meinen Schreibtisch aufräumen müsste. Meine To-do-Liste wächst ins Unendliche und am Ende des Tages bleibt das Gefühl, nichts geschafft zu haben. Es macht mir ein schlechtes Gewissen und meine Motivation, den ganzen Kram endlich mal anzufangen, sinkt.

Die meisten Dinge, die liegen bleiben, liegen außerhalb unserer Komfortzone (deswegen bleiben sie ja liegen). Und in der Masse werden sie leider auch nicht attraktiver. Sich täglich nur die wichtigsten Dinge des Tages vorzunehmen und den Rest einfach erst einmal zur Seite zu räumen, macht den Berg um einiges leichter zu erklimmen. Man muss diese Dinge ja nicht gleich komplett erledigen, ein erster Satz, eine erste Mail, genügen oft schon, um die Sache ins Rollen zu bringen. So wird aus einem ersten Schritt den man macht, schnell eine ordentliche Strecke. Und je kleiner der erste Schritt ist, desto leichter fällt es, ihn zu gehen.

Da steht er nun, mein erster Post, und ich merke wieder einmal, das Beste am Anfangen ist das Gefühl danach. Das Empfinden, etwas geschafft zu haben, verschafft mir Zufriedenheit und beflügelt mich. Diesen Moment sollte man genießen – und dann die neue Energie gleich für den nächsten Anfang nutzen.

Also, was fangen Sie heute an?

 

 

Nora KupczykÜber die Autorin:
Nora Kupczyk studiert Kommunikationsdesign an der FH Potsdam und macht derzeit ein Praktikum in der Content-Marketing-Agentur ucm

 

 

 

 

Titelbild: © efks – Fotolia.com